Autor und Liedermacher Stephan Krawczyk am FWG

krawczykklein

Am 3. und 5. November 2014 hat in der Aula des FWG der Autor und Liedermacher Stephan Krawczyk aus seinem Buch „Mensch Nazi" vorgelesen, einige Lieder gesungen und mit den insgesamt etwa 300 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 bis 11 diskutiert.

 


Stephan Krawczyk wurde 1955 in Thüringen geboren und ist seit 1980 freiberuflicher Sänger. 1981 gewann er den Nationalen Chansonwettbewerb der DDR, zog 1984 nach Berlin und begann zu schreiben. Im Jahr darauf wurde ein Berufsverbot über ihn verhängt, weil er tritt gemeinsam mit Freya Klier in Kirchen auftrat und zur Symbolfigur der DDR-Bürgerbewegung wurde. 1988 folgten Verhaftung und Abschiebung. In den folgenden Jahren gründete Krawczyk die Bürgerinitiative „FCKW Stop! Jeder Tag zählt", geht auf Konzerttourneen und schreibt. 1992 erhielt er den Bettina-von-Arnim-Literaturpreis, außerdem hat er den Preis der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort" empfangen. Krawczyk ist Vater von drei Kindern und lebt in Berlin.
In den 90 Minuten seines Auftrittes wurden die Hör- und Sehgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler ordentlich gegen den Strich gebürstet. Das Format eines Liedermachers der im besten Sinne „alten Schule" ist für die meisten ungewohnt, und einer 45minütigen Lesung zu folgen fiel einigen der jüngeren Schülerinnen und Schülern schwer. Sie wurden jedoch belohnt mit der fesselnden Geschichte über einen ehemaligen Neonazi namens Klemens, den Stephan Krawczyk tatsächlich in einer kuriosen Situation kennengelernt und Jahre später wieder getroffen hatte. Klemens' Geschichte ist zunächst die Geschichte einer misslungenen Sozialisation, die den Jungen eher zufällig in die Neonazi-Szene führt und vor allem deutlich macht, dass oftmals die Suche nach Anerkennung und Gemeinschaft ganz wesentlich zum Abdriften in die Ideologie führt. Der Mensch hinter dem Nazi steht in dieser mutigen Geschichte im Vordergrund, die gerade dadurch berührt und verstehen helfen kann, warum jemand auf Abwege gerät. Mit klarer Sprache und kraftvollem Gesang ermöglichte Stephan Krawczyk als Zeitzeuge den Schülerinnen und Schülern einen beeindruckenden und authentischen Einblick in die deutsche Geschichte und ethische Aspekte des gesellschaftlichen Miteinanders. Die anschließenden Fragen und Reaktionen der nächsten Tage zeigten, dass sein Auftritt einen starken Eindruck und die Anregung zum Weiterdenken hinterlassen hat.
Die Lesung wurde in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Schulreferat Köln, der Projektgruppe Zwangsarbeit e.V. Berlin und dem Bundesamt für politische Bildung organisiert. (ISS)

 

 

 

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